Zur mobilen Version

Navigation einblenden

DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG

Opernglas, J.-M. Wienecke, 01.06.2014

(...) Kurzweiliger hat man den umfangreichen Dreiakter selten wahrgenommen.

(...) Die Karlsruher Besetzung bewies ein gutes, in vielen Rollen sogar ausgezeichnetes Niveau.

Opernwelt, Heinz W. Koch, 26.05.2014

„Tobias Kratzer ist mit seiner «Meistersinger»-Inszenierung in Karlsruhe ein Coup geglückt.“

(..) Nicht dumm das alles. Und: einleuchtend erzählt. Einmal, eine atemraubende Viertelstunde lang, freilich werden diese «Meistersinger» ganz groß, schwingen sich – riskieren wir ein großes Wort: zum Niegesehenen auf. Wenn das Dreieck Eva – Sachs – Stolzing sich in der Schusterstube zuspitzt, reicht Kratzers Inszenierung ans Existenzielle heran, wühlt sie auf, bewegt sie. Da ist der adlige Raufbold, im Innersten verunsichert, immerzu den Tränen nahe, steigert Sachs, Eva endgültig verloren wissend, sich in einen beängstigenden Wutanfall, in ein Verzweiflungdelirium hinein, bis er überm Flügel zusammenbricht.“

(...) eine der anregendsten «Meistersinger»-Deutungen der jüngeren Vergangenheit.“

WELT, Joachim Lange, 22.05.2014

Mit olle Hans Sachs beim Billig-Döner

"Tobias Kratzer ist eines der größten Regie-Talente. Er sucht nach der RAF im "Tannhäuser", modernisiert die Butzenscheiben der "Meistersinger". Das ist witzig und dennoch voller Tief- und Doppelsinn."

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg, 02.05.2014

"Ein echter Weitwurf ist dem 34 Jahre alten Regisseur Tobias Kratzer in Karlsruhe gelungen, der Wagners „Meistersinger“ ohne Geschichts- und Pflichtvergessenheit zurückführt zu dem, was sie doch einmal sein sollten: eine komische Oper.

(...) [Die Inszenierung] besticht in Karlsruhe mit einer ungemein gescheiten, sorgfältigen, gleichwohl nicht kopflastigen Ausführung. Im Gegenteil wird man selten oder nie dermaßen lebendigen Meistersingern begegnet sein. Der Spott ist kein Hohn, sondern eine zuneigungsvolle Auseinandersetzung."

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

Badische Neueste Nachrichten, Isabel Steppeler, 29.04.2014

(...) Tobias Kratzer hat ... in Karlsruhe eine höchst vergnügliche und unterhaltsame Deutung ersonnen ... .

(...) Und er bespielt sie mit derart überzeugenden Charakterstudien, mit einer so packenden dynamischen und spannungsreichen Personenführung, dass man das Opernhaus nach fünfeinhalb Stunden bestens unterhalten verlässt. Zumal das Werk einer großartigen Sängerriege anvertraut ist und Justin Brown am Pult der Badischen Staatskapelle erneut einen höchst differenzierten Orchesterklang heraufbeschwört. Ungeteilter Jubel für die Musik, johlendes Bravo und Buhs für Regie. Nicht jedem gefallen die Regie-„Sünden“ aus Bayreuth, die hier so köstlich persifliert werden.

(...) Spätestens jetzt wird dem Premierenpublikum klar, was für ein Segen Renatur Meszar mit seinem sonoren, voluminösen, äußerst textverständlichen und vor allem ausdauernden Bariton für die Rolle des Hans Sachs ist. Eine großartige Leistung für diese kräftezehrende Partie. Rachel Nicholls ist ihm eine ebenbürtige Partnerin mit großem dramatischen Volumen. Einen sehr schönen Stimmklang hat auch Daniel Kirch als Walther von Stolzing. Neben Stefanie Schaefer als Magdalena und Lucas Harbour als Frotz Kothner sowie einer durchweg gut aufgestellten Meistersinger-Riege stechen Guido Jentjens als Veit Pogner mit sonorem Bass und besonders Eleazar Rodriguez als David mit sehr schönem Schmelz heraus.

NMZ online, Joachim Lange , 29.04.2014

(...) Kratzer bekommt das Kunststück fertig, die Geschichte um Hans Sachs, Eva, Walther, Beckmesser und all die anderen mit einer faszinierend genau ausformulierten Personenregie zu erzählen und gleichzeitig einen Diskurs über dieses Stück und jene, die ihn führen, mitzuliefern.

(...) Kratzers Inszenierung setzt auf Diskurs und Nacherzählung, er entfaltet Empathie mit seinen Protagonisten und erlaubt sich dabei auch manch hintergründigen Witz. Das geht deshalb so gut auf, weil der GMD Justin Brown ... einen erzählfreudigen Ton findet, der die Sänger trägt und nicht überdeckt. 

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

SWR2, Nicole Dantrimont, 28.04.2014

(...) Die Inszenierung von Tobias Kratzer ist Persiflage, sie ist Kitsch, aber sie ist auch eine Verneigung vor der Tradition.

(...) Es ist beachtlich, dass ein Haus dieser Größenordnung eine Oper dieser Dimension überhaupt stemmen kann. Neben den Gästen Rachel Nicholls als Eva und Daniel Kirch als Walther brilliert Ensemblemitglied Renatus Meszar als Hans Sachs und stiehlt den Gästen dabei fast ein bisschen die Schau.
Ebenfalls herausragend, weil unsympathisch und komödiantisch zugleich, ist Armin Kolarczyk als Sixtus Beckmesser. Justin Brown und die Badische Staatskapelle liefern eine Glanzleistung an diesem Abend. Sie generieren ihren eigenen Wagner-Sound vom kammermusikalischen Holzbläserklang bis hin zum Strahlen der Blechbläser und den lyrischen Stellen der Hörner.

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

Deutschlandfunk, Jörn Florian Fuchs, 28.04.2014

(...) Tobias Kratzer zitiert sich ... frech und frei durch die Regie-Rezeptionsgeschichte nicht nur der "Meistersinger", sondern auch manch anderer Wagner-Oper.

(...) Das Erstaunliche ist, wie genau trotz all dieser Eingriffe dennoch die Geschichte erzählt wird, an kaum einer Stelle weicht die Inszenierung von der Vorlage ab oder überzeichnet in eine falsche Richtung. Außerdem gibt es eine perfekte szenische Klammer, denn alles startet in einem Chorübungsraum und endet auch dort.

(...) Zur quicklebendigen Regie passte auch die Musik. Justin Brown sorgte am Pult der Badischen Staatskapelle für einen herrlich perlenden Klangfluss, sämtliche männlichen Partien waren gut bis exzellent besetzt. Renatus Meszars schön dunkles Sachs-Timbre, Armin Kolarczyks verschlagene Beckmesser-Koloraturen oder Daniel Kirchs hell tönender Stolzing sorgten für einen großartigen Abend.

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

Deutschlandfunk, Ingo Dorfmüller, 29.04.2014

(...) Die eigentliche Pointe folgt am Schluß: Es ist ja in Wahrheit Hans Sachs, der den Skandal provoziert, nicht der so revolutionär auftretende Walter von Stolzing. Sachs ist es, der dem Establishment schon seit Jahren die Stirn bietet, der langfristigen Widerstand leistet.

Deutsche Bühne online, Detlef Brandenburg, 29.04.2014

(...) Kunst lebt von der Erneuerung, so lehrt uns Kratzer: Die Revolution geht immer weiter. Das ist natürlich intelligent und wird handwerklich auch glänzend umgesetzt, mit viel Talent für saloppe Pointen aller Arten ... .

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

Rheinpfalz, Frank Pommer, 29.04.2014

(...) Die Premiere am Sonntagabend war ein musikalisch und sängerisch gelungener Abend, der dank der klugen Regie von Tobias Kratzer zudem auch sehr unterhaltsam geriet.

(...) Zusammen mit Wagners Musik ergibt dies einen Heidenspaß, den –wie man an den Buhs amEnde ablesen kann –manche jedoch viel zu ernst nehmen.

(...) Justin Brown setzt weniger auf wuchtiges Festwiesen-Pathos denn auf kammermusikalische Sensibilität. Sehr detailverliebt leuchtet er die rhythmisch bisweilen äußerst vertrackte Partitur aus und ist zugleich auch ein zuverlässiger Begleiter der Sänger, die allesamt auch mit großartigen darstellerischen Leistungen begeistern. Allen voran Ensemblemitglied Renatus Meszar bei seinem Rollendebüt als Sachs. Er teilt sich seine Kräfte klug ein, gerät somit auch im höllisch anstrengenden Schlussaufzug nie in Schwierigkeiten und liefert ein berührendes Porträt eines zerrissenen, vom Leben enttäuschten Mannes ab, der gerne noch einmal an sein Lebensglück mit Eva geglaubt hätte. Diese wird von Rachel Nicholls mit leicht dramatisch angehauchter Stimme als selbstbestimmte junge Frau gezeigt, die sich nimmt, was sie will. Und den großartig singenden und spielenden Beckmesser von Armin Kolarczyk, den will sie eben nicht. Sondern, zumindest vorübergehend, den gerade in den Preisliedstrophen mit strahlender Stimme agierenden Stolzing von Daniel Kirch. Überzeugend auch Stefanie Schaefer als Magdalena und Eleazar Rodriguez als David.

Badisches Tagblatt, Thomas Weiss, 29.04.2014

(...) Musikalisch tragen diese "Meistersinger" die Handschrift von Justin Brown, der mit seinem sehr flexibel agierenden Orchester Garant einer ansprechenden, flüssig-vorantreibenden Wagner-Interpretation ist.

(...) Armin Kolarczyks Beckmesser ist die Entdeckung der Premiere. So mühelos und genau artikuliert hört man die Partie selten.

Der Opernfreund, Manfred Langer, 30.04.2014

(...) Regisseur Tobias Kratzer legt für seine neue Meistersinger-Produktion eine in vielen Punkten originelle Arbeit vor, bei der sich ein wirklich neues Regiekonzept mit einer professionellen, detailfreudigen Durcharbeitung zusammenfindet.

(...) Seine Inszenierung ist mit unzähligen, einer musikalischen Komödie angepassten Einfällen ... rundum gelungen.

Lesen Sie die vollständige Kritik hier.

Mannheimer Morgen, Thomas Weiss, 30.04.2014

(...) Nach der wüsten Prügelfuge, ... , entstehen die überzeugendsten Momente: Wenn der eine Wagner-Büste anbetende, regelversessene Beckmesser (Armin Kolarczyk mit der überzeugendsten Leistung) von Sachs (Renatus Meszar mit ansprechendem Rollendebüt) manipuliert wird und auf der durch ein Fernsehstudio ersetzten Festwiese beim Wettsingen untergeht, wirkt dies ungemein lebendig.
(...) Wie die Dreiecks-Konstellation Sachs, Eva und Stolzing gelöst wird, um Sachs das mögliche Schicksal des Königs Marke aus "Tristan" zu ersparen, ist von packender inszenatorischer Dichte.

Navigation einblenden