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HÄNSEL UND GRETEL

Märchenspiel von Engelbert Humperdinck. Ab 6 Jahren

Dichtung von Adelheid Wette

Dauer: 2h 15

30.11.2014 GASTSPIEL IN HEILBRONN

HÄNSEL UND GRETEL

Die Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck (1854-1921) kann als einzig erfolgreiche Märchenoper in ihrer Art gelten. Bezeichnend für das Werk ist die Übereinstimmung zwischen Märchen-Ton und inspirierter, stimmungsvoller Musik, in der vor allem das Geheimnis des Waldes meisterhaft geschildert wird. Die volksliedhafte Melodik und die schlichten Motive sind kunstvoll zu einem durchkomponierten Gebilde nahezu symphonischen Ausmaßes verarbeitet. Das Uraufführungsdatum: 23. Dezember 1895, Hoftheater Weimar, unmittelbar vor dem Weihnachtsfest, fixierte das Stück als Weihnachtsmärchen, obgleich es im Sommer spielt (die Kinder werden zum Beeren sammeln in den Wald geschickt) und lediglich die Lebkuchen den einzigen Bezug zur Weihnachtszeit darstellen. Bruno Bettelheim schreibt: Hänsel und Gretel ist eines der vielen Märchen, in denen zwei Geschwister sich gegenseitig retten, was ihnen gelingt, weil sie sich zusammentun. Das Kind sieht existentielle Gefahren nicht objektiv, sondern in phantastischer Übertreibung entsprechend seiner unreifen Angst. Das Märchen von Hänsel und Gretel macht ihm Mut, auch die Phantasieprodukte seiner eigenen Angst zu überprüfen, da solche Märchen ihm das Vertrauen schenken, dass es nicht nur mit realen Gefahren fertig werden kann, sondern sogar mit den stark übertriebenen, die nur in seiner Angst existieren. Solange Kinder an Hexen glauben - wie sie es immer getan haben und immer tun werden, bis sie so alt geworden sind, dass sie sich nicht mehr gezwungen sehen, ihren gestaltlosen Ängsten eine menschenähnliche Gestalt zu geben - , sollte man ihnen Geschichten erzählen, in denen gescheite Kinder es fertigbringen, sich von solchen Verfolger-Figuren ihrer Phantasie zu befreien. Wenn ihnen das gelingt, haben sie davon - genau wie Hänsel und Gretel - einen ungeheuren Gewinn.

MUSIKALISCHE LEITUNG Ulrich Wagner REGIE Achim Thorwald BÜHNE Christian Floeren KOSTÜME Ute Frühling LICHT Gerd Meier THEATERPÄDAGOGIK Magdalena Falkenhahn

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