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Enthüllungsbilder für das nicht zu Fassende

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Großer Applaus für Thomas Halle und seine virtuosen Bilder: Ein Schauspieler, der erlebt, wie sein Smartphone-Gebrauch ihn unfreiwillig total transparent macht, ein Cowboy, der als prototypischer... amerikanischer Freiheitsheld auftritt, ein Ritter in seiner Rüstung, der als Don Quijote im vergeblichen Einzelkampf gegen die Windmühlen ist, ein Menschenaffe als Filmbild, der im Moment der Humanisierung durch Technologie festgehalten ist, das Abtauchen des Edward Snowden in den Ruhm, eines Helden ohne Eigenschaften…
Kein Thema beschäftigt die Medien so intensiv und wiederholt wie die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, der im Juni 2013 zum Whistleblower wurde, indem er 1,5 Millionen Dokumente an den Guardian-Journalisten Glenn Greenwald übergab. Seitdem enthüllt dieser Woche für Woche neue, ungeahnte Dimensionen der weltweiten Überwachung durch westliche Geheimdienste. Edward Snowden selbst bleibt in seinem unfreiwilligen Moskauer Exil so ungreifbar und unpersönlich wie die komplexe Technik der Massenüberwachung auf allen Ebenen der Kommunikation. Das Projektteam von Regisseur Jan-Christoph Gockel, Schauspieler Thomas Halle, Dramaturg Konstantin Küspert, Ausstatterin Julia Kurzweg und Musiker Matthias Grübel zeigt in der Uraufführung im STUDIO die Chance des uralten, analogen Enthüllungsmediums Theater, für diese unsichtbaren Eingriffe in unser Leben Bilder zu finden.
Ich bereue nichts ist entstanden nach einer Recherchephase des Projektteams u. a. beim Bundestagsabgeordneten und Hans-Christian Ströbele und dem Journalisten John Goetz, die Snowden in Moskau getroffen hatten, beim Internet-Aktivisten Jacob Appelbaum, bei IT-Sicherheitsfirmen und Hackern in Karlsruhe und Berlin, bei ehemaligen NSA-Mitarbeitern in Washington und im Museum für Kryptologie der NSA in Fort Meade sowie an Orten von Snowdens Kindheit in Maryland. Auch einige Stunden Poledance-Unterricht gehören zum Rechercheprozess.
Das Projekt setzt die Reihe von politischen Uraufführungen am STAATSTHEATER fort, nach Rechtsmaterial über die NSU, Hohe Auflösung über die Proteste in der Ukraine und Aufstand über die Proteste in der Türkei – zum nächsten Mal ist es im STUDIO am 19.10. zu sehen

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