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VON TRÄUMEN UND LEIDENSCHAFTEN Das STAATSTHEATER KARLSRUHE öffnet sich weiter

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„Ich bin glücklich darüber, dass sich das STAATSTHEATER durch viele integrative Projekte wie die Beteiligung von Flüchtlingen als Gestrandete bei Iphigenie auf Tauris, die zahlreichen Aktionen von Mitarbeitern gegen Kargida und die Beiträge zum Stadtgeburtstag weiter öffnet und zeigt, dass das Theater ein Platz für alle – und zwar ab 2 Jahren – ist“, sagte Generalintendant Peter Spuhler. Gemeinsam mit der Leiterin des JUNGEN STAATSTHEATERS Ulrike Stöck, Generalmusikdirektor Justin Brown, Operndirektor Michael Fichtenholz und Schauspieldirektor Jan Linders stellte er die Bilanz der zu Ende gehenden Saison vor. Insgesamt 332.133 Zuschauer besuchten in der Spielzeit 2014/15 die Vorstellungen, Gastspiele und das Rahmenprogram des STAATSTHEATERS (2013/14: 336.121). Die Besucherzahl der auswärtigen Gastspiele ist gewachsen, während die Zahl der Gäste in Karlsruhe um 4 Prozent zurückgegangen ist. Damit ist dies die zweitbeste Saison unter Generalintendant Peter Spuhler.

JUNGES STAATSTHEATER
Für das JUNGE STAATSTHEATER war 2014/15 eine Rekordspielzeit. 37.771 Zuschauer besuchten die jüngste Sparte, was einen Zuwachs  von 15 Prozent bedeutet (Spielzeit 2013/14: 32.846 Zuschauer), jeweils ohne Kinder- und Jugendoper und Konzert. Die Zahl wäre noch höher, wenn wegen der großen Hitze nicht in den letzten Tagen Vorstellungen hätten ausfallen müssen. Darüber hinaus hat die Sparte die höchste Auslastung mit 87,9 Prozent. Das Dschungelbuch war das erfolgreichste Weihnachtsmärchen der vergangenen Jahre und verzeichnet 24.280 Gäste. Die Schulkooperationen mit 27 Partnerschulen und einem ersten Gymnasium sind weiterhin auf einem guten Kurs. Das Projekt Kulturausflug, ein integratives Angebot für Senioren, wird gut nachgefragt. Die Kulturlotsen (Ehrenamtliche gestalten gemeinsam mit Kindern aus sogenannten theaterfernen Familien Vorstellungsbesuche des STAATSTHEATERS und weiteren Kulturinstitutionen in Karlsruhe) konnten dank der Förderung von Stadt, Land und der Stiftung Hänsel + Gretel weiter ausgebaut werden.

KONZERT
Seit dieser Spielzeit gibt es das neue Format der Kleinkinderkonzerte. Damit spricht das KONZERT nun jede Altersklasse ab 2 Jahren an. Das Benefizkonzert des Bundespräsidenten war ein Highlight der Saison und die Krönung für die Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium. Weitere Höhepunkte waren die Auftritte weltbekannter Solisten wie Viktoria Mullova, Augustin Hadelich und Nicholas Hodges. Die Beteiligung an den meisten Produktionen der Sparten OPER und BALLETT und das Programm mit insgesamt 76 Konzerten haben überregional für ein sehr gutes Kritikerecho für die STAATSKAPELLE gesorgt. Insgesamt hat das KONZERT mit 34.943 Besuchern einen leichten Besucherrückgang (2013/14 36.735).

BALLETT
Die Sparte erreicht 46.354 Zuschauer (2013/14: 52.324). Die Bandbreite des Repertoires kann sich mit den großen Companien europaweit messen. Der Widerspenstigen Zähmung, Der Nussknacker und Dornröschen – Die letzte Zarentochter hatten eine Auslastung von 100 Prozent genauso wie die Ballett Gala als Abschluss der erfolgreichen 8. Karlsruher Ballettwoche. Die Uraufführung Der Prozess von Davide Bombana in der Ausstattung der Künstlerin rosalie brachte der Companie große überregionale Aufmerksamkeit. Bruna Andrade erhielt für ihre Leistung in Der Fall M. im Rahmen des Ballettabends Mythos den Deutschen Theaterpreis DER FAUST als beste Darstellerin in der Kategorie Tanz. Den emotionalen Höhepunkt setzte gleich zu Beginn die Companie zum Geburtstag der Direktorin und zeigte Ein Abend für Birgit Keil als Überraschungs-Gala.

OPER
Die Sparte zeigte einerseits eine Spielzeit mit Wiederentdeckungen wie Verlobung im Traum und die szenische Uraufführung der kritischen Neuausgabe von Offenbachs Fantasio. Andererseits wurden große und bekannte Werke wie Iphigenie auf Tauris und Falstaff gespielt, die sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum großen Anklang fanden. Mit Parsifal in der Regie des international bekannten Regisseurs Keith Warner wurde die erfolgreiche Wagner-Reihe des STAATSTHEATERS nach Tannhäuser und Die Meistersinger von Nürnberg fortgesetzt. La Bohème war aufgrund des Regiekonzepts die umstrittenste Inszenierung der Saison. Alle Produktionen demonstrierten einmal mehr die hohe Leistungsfähigkeit des Hauses. Mit 104.236 Zuschauern bewegt sich die Zuschauerzahl in der OPER auf leicht höherem Niveau (2013/14: 102.701). Minderbesuche in Karlsruhe konnten durch die Gastspielserie in Heilbronn ausgeglichen werden. Eine Auslastung von 100 Prozent hatten Die Zauberflöte und, im Rahmen der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE, Riccardo Primo und Teseo.

Der leichte Besucherrückgang in KONZERT, BALLETT und OPER in Karlsruhe ist auch auf die eingeschränkte Erreichbarkeit des STAATSTHEATERS für Auswärtige durch die Baustellen im Stadtgebiet zu begründen. Gerade diese Sparten haben ein vorwiegend auswärtiges und zum Teil auch älteres Publikum, das darauf angewiesen ist, das Theater mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos zu besuchen.

SCHAUSPIEL

Die Sparte erhielt beim diesjährigen Heidelberger Stückemarkt für ihre Produktion Schatten (Eurydike sagt) den NachSpielPreis. Dieser ist verbunden mit einer Einladung zu den Autorentheatertagen 2016 am Deutschen Theater Berlin. Ensemblemitglied Thomas Halle wurde für seine Leistung in Ich bereue nichts mit dem Günther-Rühle-Preis im Rahmen der Woche junger Schauspieler in Bensheim ausgezeichnet. Neue Stoffe kennzeichneten den diesjährigen Spielplan wie Hermann Hesses Glasperlenspiel im spektakulären Bühnenbild von Sebastian Hannak und die Uraufführungen Du sollst den Wald nicht vor dem Hasen loben sowie Stolpersteine Staatstheater, letztere mit einer Auslastung von 100 Prozent. Die internationalen Beziehungen werden weiterhin intensiv gepflegt mit Koproduktionen wie Die Uhr tickt in Temeswar und der dritten erfolgreichen Austragung des Regiefestivals PREMIÈRES gemeinsam mit Straßburg. Das SCHAUSPIEL hat eine stabile Auslastung erreicht und kann einen kleinen Zuwachs bei insgesamt hervorragenden Besucherzahlen verbuchen 84.211 (2013/14: 83.489).                                                                                                                                                    

Durch den vielfältigen Spielplan, die neuen Sparten JUNGES STAATSTHEATER und VOLKSTHEATER, Programmideen sowie die zusätzlichen Spielstätten ist das Publikum seit 2011 breiter und vielfältiger geworden. Intendant Peter Spuhler: „In der kommenden Spielzeit werden so viele Inszenierungsteams aus anderen Ländern am STAATSTHEATER arbeiten wie noch nie. Darauf sind wir stolz! In Zeiten von Kargida sagen wir ganz klar: Wir können unsere hohe Qualität nur mit Gästen und Ensemblemitgliedern aus allen Teilen der Welt herstellen. Wir wollen künstlerisch Heimat sein und pflegen eine internationale Willkommenskultur.“

Architektonisch öffnen wird sich das STAATSTHEATER in den kommenden Jahren auch durch die bevorstehende Sanierung und Erweiterung des Hauses. Als finanzielles Volumen werden 125 Millionen Euro zugrunde gelegt, hälftig aufgeteilt auf die beiden Träger Land und Stadt, die das Projekt einstimmig unterstützen. Der Baubeginn ist für 2018 geplant.

 

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