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PREMIÈRES – EUROPA, DU BIST DRAN

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4 Sprachen – 7 Spielorte – 8 Länder – 10 Inszenierungen – 21 Vorstellungen
Festival PREMIÈRES junger europäischer Regisseure im Juni 2015 wieder in Karlsruhe

Das wichtigste Festival junger europäischer Regisseure feiert Jubiläum: Zum 10. Mal kommen aufstrebende Theatermacher aus allen Himmelsrichtungen dieses Kontinents zusammen, um ihre Arbeiten vorzustellen. „‚Europa? aber wo liegt es?‘, könnte man Goethe abwandeln und antworten: vom 4. bis 7. Juni sicher in Karlsruhe“, fasst Schauspieldirektor Jan Linders die Festivalphilosophie zusammen.

Die Kuratorin Barbara Engelhardt und die Festivalleiter, Antoine Mory vom Théâtre National de Strasbourg TNS, Direktor Bernard Fleury vom Le Maillon sowie der Generalintendant des STAATSTHEATERS KARLSRUHE Peter Spuhler und Schauspieldirektor Jan Linders, stellten die nach Karlsruhe eingeladenen Arbeiten vor. „Ich bin stolz, dass die Jubiläumsausgabe von PREMIÈRES in Karlsruhe stattfindet“, so Peter Spuhler in seiner Begrüßung. „Die Förderung junger Regisseure ist dem Staatstheater ein wichtiges Anliegen.“

Die meisten Teams können ihre Produktionen im Rahmen des Festivals zum ersten Mal außerhalb ihres eigenen kulturellen Kontextes zeigen. Auch dieses Jahr haben die Sichtungsreisen der Festivalkuratorin Barbara Engelhardt gezeigt, wie stark der Theaternachwuchs die europäische Gesellschaft reflektiert.
„Viele junge Künstler scheuen in ihren Arbeiten weder vor politischen Widersprüchen noch thematischen Tabus zurück. Dabei spielen sie mit den Grenzen ihrer Möglichkeiten – was kann und darf das Theater heute? In den Gastspielen gibt eine junge Theatergeneration viel von sich selbst preis, indem sie ihrem Unbehagen in der Gesellschaft Form verleiht. Mal mehr oder weniger komisch, literarisch oder performativ, immer jedoch um gesellschaftliche Relevanz bemüht“, sagte die Kuratorin.

Die eingeladenen Produktionen kommen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Georgien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich und Rumänien.

Europa – die entfremdete Heimat

Ein Mann kehrt in die Heimat zurück und mietet sich unter falschem Namen im Hotel seiner Mutter und Großmutter ein, um zu prüfen, ob es noch sein Zuhause ist. Die beiden erkennen ihn nicht – das fatale Missverständnis endet in einer Katastrophe. Der junge Österreicher und Shooting-Star der Wiener OFF-Szene Nikolaus Habjan hat das Schicksalsdrama als Spiel mit lebensgroßen Puppen inszeniert.

Europa – reicht bis zum Hindukusch

In Die lächerliche Finsternis macht Wolfram Lotz, einer der interessantesten und außergewöhnlichsten jungen Autoren, vorgeblich ein Hörspiel daraus, ein unmögliches Theater, in dem zwei deutsche Soldaten in Afghanistan einen Suchauftrag ausführen. Die Deutsche Felicitas Braun hat den Text konzentriert und virtuos auf die Bühne gebracht.

Europa – ein Spiel um Rechte und Gerechtigkeit

In RuleTM hat die Holländerin Emke Idema ein neues, partizipatives Format entwickelt. Europa ist hier ein Spiel um Rechte und Gerechtigkeit.

Europa – kommt Schrecken aus der Neuen Welt?

Ein amerikanischer Serienkiller, in dem sich eine verstörende Sammel- und Detailleidenschaft Bahn bricht. Øystein Johansen las über diesen Fall, als in Norwegen der Prozess gegen den Amokläufer Anders Breivik begann. Der Schauspieler Marius Mensink bewegt sich in der Performance A Thing of Beauty mitten unter den Zuschauern.

Europa – der Garten Eden in unserem Keller

Pourquoi Eve vient-elle chez Adam ce soir? Diese Frage stellt mit faszinierend poetischen Bildern die Belgierin Anja Tillberg.

Europa – ein schweres Erbe

Das französische Schauspielkollektiv und sein deutscher Regisseur David Czesienski haben große Interessenskonflikte im Blick: Ausgehend von Shakespeares Timon / Titus und dem Anthropologen David Graeber kreist hier alles um die Frage materieller Schulden und moralischer Schuld.

Europa – stirbt die Moral?

Eine alte Frau hat sich zum Sterben entschlossen. Sie fährt in die Schweiz, zwei junge Männer sind dabei. Markus & Markus haben das Sterben begleitet und fahren in Ibsen: Gespenster alle Mittel des Spektakels auf, um mit dem heiklen Thema zu spielen.

Europa – Heimat auch für die anderen?

In Parallel der Rumänen Leta Popescu & Ferenc Sinkó geben zwei junge Frauen Einblicke in ihre Auseinandersetzung mit körperlicher Identität und sozialen Rollenbildern.

Europa – gegründet auf Gewalt?

Der Georgier Data Tavadze zeigt seine heutige Version der Troerinnen des Euripides. Fünf Frauen erzählen vom Krieg, wie er die Menschen unwiderruflich prägt, und von ihrer Trauerarbeit.

Europa – alles auf Anfang.

In Champs d’Appel fangen der Franzose François Lanel und seine Mitspieler noch einmal von vorn an und basteln sich eine neue Welt.

Seit 2005 hat das Festival vielen mittlerweile berühmten und gefragten Regisseuren die Türen geöffnet. Wie beispielsweise der Polin Marta Górnicka, den Ungarn Viktor Bodó, Kornél Mundruczó und Csaba Polgár, dem Schweizer Roger Vontobel, dem Deutsch-Portugiesen Antú Romero Nunes, dem Griechen Sarantos Zervoulakos, dem Belgier Fabrice Murgia und dem Deutschen Tilmann Köhler.
„Das Festival hat sich bei Fachwelt und Publikum etabliert und ist ein Begriff für die meisten jungen Regisseure in Europa“, so Bernard Fleury, der sich als Mitgründer besonders über die 10. Ausgabe freut. Antonine Mory unterstrich die Bedeutung als „Schaufenster für das zeitgenössische Theaterschaffen.“ Das 2005 in Straßburg als Kooperation des Nationaltheaters und des Maillon entstandene Festival findet in jährlichem Wechsel in Karlsruhe und Straßburg statt.

Die 21 Vorstellungen und das Rahmenprogramm finden in sieben Spielstätten statt: im KLEINEN HAUS, im STUDIO, im OUTER SPACE auf der PROBEBÜHNE und im MALSAAL des STAATSTHEATERS, in der INSEL sowie dem Studio der Hochschule für Gestaltung (HfG). Die Produktionen werden, wenn nicht zweisprachig oder auf Englisch, mit französischen und deutschen Übertiteln versehen. Die Anfangszeiten sind so gestaltet, dass mehrere Vorstellungen an einem Abend besucht werden können.

Dieses Jahr gibt es ein Symposium der HfG, der Hessischen Theaterakademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart mit Künstlern und Wissenschaftlern über Performance und Installationen: Vom Mann, der in den Weltraum flog am 5. und 6.6. im MITTLEREN FOYER und im OUTER SPACE. Der Eintritt ist frei. Dort findet am Sonntag, 7.6.,  auch der Brunch und das Podium der

Regisseure statt. Bereichert wird das Programm durch Partys im OUTER SPACE und auf der TERRASSE.

Ermöglicht haben das diesjährige Festival die Baden-Württemberg-Stiftung und die Stadt Karlsruhe sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Leiterin des Kulturamts Dr. Susanne Asche freut sich besonders, „dass die zehnte Ausgabe des Festivals als eine der zahlreichen Veranstaltungen zum 300. Geburtstag unserer Stadt auf eindringliche Weise die europäische Ausstrahlung Karlsruhes unterstreicht.“ Die Förderer auf französischer Seite sind die Stadt Straßburg, das Ministerium für Kultur und Kommunikation in der Region Drac, die Region Alsace und das französische Kulturministerium.

Fünf Parcours sorgen für ein echtes Festivalerlebnis. Auf der Spur der pinken Streifen lassen sich mehrere aufeinander abgestimmte Inszenierungen an einem Abend erleben. Besucher aus Frankreich können bequem mit einem Shuttle-Bus von Straßburg, Abfahrt Maillon-Wacken, direkt vor das STAATSTHEATER fahren.

Der Kartenverkauf läuft ab sofort an den Theaterkassen in beiden Städten sowie auf der eigenen Website www.festivalpremieres.eu. Abonnenten der drei Partnertheater und Käufer des Festival-passes zu 14 Euro erhalten ermäßigten Eintritt zu allen Vorstellungen.

 

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