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Doppelter Gedenktag im Schauspiel – RECHTSMATERIAL und MAIENSCHLAGER

Thomas Halle; Sophia Löffler; Simon Bauer - Foto: Felix Grünschloß

Der 9. November ist ein Gedenktag voller Widersprüche: 1918 die Ausrufung der Republik, 1923 Hitlers Putschversuch in München gegen die Republik, 1938 der große Pogrom der Nazis gegen Juden, 1989 der Fall der Mauer, aus dem die Wiedervereinigung Deutschlands folgte – und das Wiedererstarken des Terrorismus von rechts.

Im STAATSTHEATER beschäftigt sich das SCHAUSPIEL mit mehreren Facetten dieses Datums. Im STUDIO können Sie um 19 Uhr die letzte Vorstellung des NSU-Projekts Rechtsmaterial sehen. „Unbestritten ist hier ein gewinnbringender Theaterabend von Relevanz entstanden, der weit ausholt, um das vermeintlich einmalige Phänomen Rechtsextremismus als Kontinuität der deutschen Geschichte herauszuarbeiten – und das mit Erfolg. Dicht und genau graben sich Gockel und Küspert auf der Suche nach dem Ursprung des Hasses durch vergessene Verbrechen, Anschläge oder Ausschreitungen und finden eindringliche Bilder.“ (Mannheimer Morgen) Im anschließenden Publikumsgespräch mit den Darstellern und Dramaturg Konstantin Küspert wird die Ambivalenz dieses Tages thematisiert. 

Eine persönliche und emotionale Sichtweise auf die Novemberpogrome bietet die Inszenierung Stefan Ottenis um 15 Uhr im KLEINEN HAUS. In Maienschlager lässt Sie der Regisseur an einer unmöglichen Liebe im Dritten Reich teilhaben. Der 16-jährige Mark Warweser weiß, was sich für einen „deutschen Mann“ gehört; als Hitlerjunge kommandiert er die Jüngeren herum und schreibt der blonden Krista Liebesbriefe. Bis er Jakob Glücksleben trifft, den Sohn des jüdischen Lebensmittelverkäufers, und sich zum ersten Mal verliebt. So neu und unerwartet ist das Gefühl, dass Mark und Jakob die Grenzen ihrer Zeit nicht wahrnehmen. Wie durch ein Wunder wird ihre Liebe sogar von ihren Eltern unterstützt – bis der 9. November 1938 kommt.

 

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